Informationsreise nach Deutschland für Einkaufspersonal sowie Multiplikatoren aus Polen im Bereich Gesundheitswirtschaft mit Fokus auf Medizintechnik, Pharmaindustrie und Diagnostik
Zielgruppe
Deutsche Unternehmen aus dem Bereich Gesundheitswirtschaft mit Fokus auf Medizintechnik, Pharmaindustrie und Diagnostik
Termin
31. Mai - 03. Juni 2026
Anmeldefrist
15. April 2026
Zielregion
Polen
Förderprogramm
Das Markterschließungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE)
Modul
Informationsreise
Ihr Ansprechpartner

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) organisiert enviacon international in Kooperation mit der AHK Polen eine Informationsreise für polnisches Einkaufspersonal und Multiplikatoren im Bereich Gesundheitswirtschaft mit Fokus auf Medizintechnik, Pharmaindustrie und Diagnostik nach Deutschland. Die Reise findet in Anbindung an das Ostdeutsche Wirtschaftsforum – OWF in Bad Saarow statt. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme im Rahmen des Markterschließungsprogramms für KMU. Zielgruppe sind vorwiegend kleine und mittlere deutsche Unternehmen.
Programm
Branchen- und Ziellandinformationen
Zielmarktwebinar und -handout zur Vorbereitung sowie ein Länderbriefing als Auftakt vor Ort
Networking-veranstaltung
Präsentationsveranstaltung inkl. Firmenpräsentationen mit Vorstellung der Produkte bzw. Dienstleistungen für zielländisches Fachpublikum
Firmenbesuche
Gemeinsame Besuche zu relevanten Unternehmen und Behörden der Branche. Diese werden auf die teilnehmenden deutschen Unternehmen angepasst.
Individuelle B2B- Meetings
Individuelle und begleitete Geschäftsgespräche mit potenziellen Geschäftspartnern
Vorläufiges Programm
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Individuelle Anreise der polnischen Teilnehmenden nach Bad Saarow.
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Informations- und Präsentationsveranstaltung.
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Offizielle Eröffnung des Ostdeutschen Wirtschaftsforums (OWF)
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GTAI-Netzwerkveranstaltung beim OWF .
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Dinner / OWF - VIP Netzwerkevent.
Sonntag 31.05.26
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Teilnahme am Workshop/Panel des Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF)
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Transfer nach Cottbus
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Vorstellung Leuchtturmprojekt für den Strukturwandel in der Lausitz: Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem (MUL-CT)
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Netzwerkabend inkl. Abendbuffet im Hotel (geladene Gäste des Strukturwandels Lausitz, MUL-CT, BTU – Cottbus-Senftenberg)
Montag 01.06.26
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Fahrt nach Wildau
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Life Science & Biomedical Technologies an der Technischen Hochschule Wildau
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Weiterfahrt nach Potsdam
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Netzwerkveranstaltung mit dem Schwerpunkt BioTech in Potsdam oder in Golm
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Pitching-Session der deutschen und polnischen Teilnehmer
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Abendessen mit Vertretern der Gesundheitswirtschaft in Potsdam
Dienstag 02.06.26
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Fahrt nach Berlin
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Besuch von Berlin Adlershof
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Debriefing – Auswertung der Reise
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Individuelle Abreise
Mittwoch 03.06.26
Gesundheitswirtschaft in Polen
Polens Gesundheitswesen steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Zwar wurden die staatlichen Ausgaben zuletzt deutlich erhöht – 2023 lagen sie bei rund 6 % des BIP und sollen bis 2027 auf 7 % steigen – dennoch bleibt das öffentliche System unterfinanziert und unter dem EU-Durchschnitt. Die Finanzierung über den Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) reicht oft nicht aus, um Investitionen in Infrastruktur und moderne Ausstattung zu decken. Insbesondere viele der rund 900 Krankenhäuser im Land sind hoch verschuldet. Gleichzeitig steigt der Versorgungsdruck: Eine alternde Bevölkerung, lange Wartezeiten und begrenzte Kapazitäten führen zu einem wachsenden privaten Gesundheitsmarkt.
Immer mehr Polen nutzen private Zusatzversicherungen oder medizinische Leistungen außerhalb des öffentlichen Systems. Große Klinik- und Praxisnetzwerke wie Luxmed gewinnen an Bedeutung. Der private Sektor investiert gezielt in moderne Diagnostik, digitale Lösungen und patientenorientierte Versorgung. Parallel laufen staatliche Programme wie der Medizinfonds (Fundusz Medyczny) oder geplante Investitionen aus EU-Fonds, mit denen über 500 Einrichtungen modernisiert werden sollen.
Eine Schlüsselrolle in der Modernisierung spielt die Medizintechnik. Der polnische MedTech‑Markt ist mittlerweile der größte in Mittel‑ und Osteuropa und erreichte laut PAIH im Jahr 2023 ein Volumen von etwa 11 Mrd. USD, mit einer prognostizierten Steigerung auf 13,8 Mrd. USD bis 2024. Der über-wiegende Teil der Geräte wird importiert – ein signifikanter Anteil stammt weiterhin aus Deutschland, während polnische Hersteller primär Verbrauchs‑ und Einmalprodukte liefern. Hochentwickelte Bildge-bung, OP‑Ausstattung und Diagnostik kommen größtenteils aus dem Ausland. Die Nachfrage bleibt hoch – parallel wächst die heimische Innovationslandschaft, insbesondere im Bereich Telemedizin, KI‑gestützte Diagnostik und robotische Anwendungen.
Auch der Pharmasektor wächst. Zwar dominieren günstige Generika, doch steigt die Nachfrage nach spezialisierten Therapien, z. B. in der Onkologie. OTC-Präparate sind ebenfalls stark gefragt. Deutschland ist der wichtigste Lieferant für importierte Arzneimittel. Parallel investiert Polen in eine stärkere lokale Produktion: Internationale und polnische Hersteller bauen neue Werke für Generika, Biotech-Produkte oder pharmazeutische Hilfsmittel.
Der Diagnostikmarkt entwickelt sich dynamisch. Die COVID-19-Pandemie beschleunigte den Ausbau privater Labore. Marktführer wie Diagnostyka S.A. verzeichneten in den letzten Jahren zweistellige Wachstumsraten. Neben Labordiagnostik gewinnen bildgebende Verfahren und Präventionsuntersuchungen an Bedeutung – nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung: Schon heute ist fast jeder fünfte Pole über 65 Jahre alt, bis 2050 wird es etwa ein Drittel sein. Dies steigert den Bedarf an geriatrischer Versorgung, Reha-Technologien und Diagnostik erheblich.
Weitere Trends prägen die Branche: Die Digitalisierung schreitet voran – E-Rezepte, E-Überweisungen und elektronische Patientenakten sind bereits Standard. Die staatliche E-Health-Agentur CeZ arbeitet an weiteren Anwendungen wie zentralen Online-Terminportalen oder digitalen Gesundheitsdokumenten. Gleichzeitig werden EU-Regelungen wie die Medical Device Regulation (MDR) in nationales Recht umgesetzt. Neue Vorschriften zur Arzneimittelversorgung und zuzahlungs-freie Medizinprodukte für Kinder und Senioren setzen zusätzliche Impulse.
Chancen für deutsche Unternehmen
Die Entwicklungen in Polen schaffen vielfältige Marktchancen für deutsche Unternehmen. Deutsche Produkte genießen in Polen einen hervorragenden Ruf – Qualität, Zuverlässigkeit und technische Reife sind zentrale Wettbewerbsvorteile. Dank EU-Mitgliedschaft bestehen zudem keine Marktzugangshürden. Insgesamt werden Investitionen von rund 30 Mrd. USD bis 2030 erwartet. Besonders gefragt sind:
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Moderne Medizintechnik
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Diagnostikgeräte
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Pharmazeutika
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Digitale Gesundheitslösungen
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Ausstattung für Pflege- und Reha-Einrichtungen.
Teilnahmemöglichkeiten und -bedingungen
Zielgruppe des Projektes sind deutsche Branchenvertreter der Gesundheitswirtschaft mit Fokus auf Medizintechnik, Pharmaindustrie und Diagnostik.
Die Teilnahme im Rahmen des Programmes ist kostenfrei. Die deutschen Teilnehmer sind für ihre eigenen Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten verantwortlich.
Es bieten sich die folgenden Teilnahmemöglichkeiten:
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Ostdeutschen Wirtschaftsforum - OWF (Eintritt kostenpflichtig) vom 31.05. bis 02.06.26 in Bad Saarow.
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Netzwerkabend inkl. Abendbuffet am 01.06.26 in Cottbus.
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Netzwerken Schwerpunkt BioTech mit B2B Gesprächen am 02.06.26 in Potsdam oder Golm
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Abendessen mit Vertretern der Gesundheitswirtschaft in Potsdam am 02.06.26 in Potsdam.
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Networking-Lunch am 03.06.26 in Berlin Adlershof
Eine Übersicht zu weiteren Projekten des Markterschließungsprogramms für KMU kann unter www.gtai.de/mep abgerufen werden.
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